Wenn ein Angehöriger zu Hause Unterstützung benötigt, entstehen viele praktische Fragen. Was muss griffbereit liegen? Welche Produkte fehlen? Und was lässt sich mit bereits vorhandenen Dingen lösen?
Eine gute Vorbereitung beginnt mit dem persönlichen Bedarf. Die folgende Liste ist eine Auswahlhilfe und keine Pflichtausstattung: Nicht jeder Haushalt benötigt alle genannten Produkte.
Zuerst klären: Wobei wird Unterstützung gebraucht?
Gehen Sie einen typischen Tag gemeinsam durch:
- Wird Hilfe beim Waschen und Anziehen benötigt?
- Gibt es Unterstützung beim Toilettengang?
- Werden Inkontinenzprodukte verwendet?
- Findet ein Teil der Körperpflege im Bett statt?
- Welche Aufgaben übernimmt ein Pflegedienst?
- Welche Handgriffe kann die betroffene Person selbst ausführen?
Markieren Sie anschließend nur die Produkte, die für diese Aufgaben tatsächlich benötigt werden.
Einkaufsliste für Körperpflege und Hautpflege
Prüfen Sie zunächst, was bereits vorhanden und geeignet ist:
- Weiche Waschtücher oder Waschhandschuhe
- Handtücher und ausreichend Wechselwäsche
- Mildes Reinigungsprodukt
- Zum Hautzustand passende Creme oder Lotion
- Persönliche Utensilien für Zahn- und Mundpflege
- Kamm oder Bürste
Vertraute und gut verträgliche Produkte müssen nicht allein deshalb ersetzt werden, weil nun Unterstützung bei der Pflege benötigt wird.
Praktische Hinweise zur Auswahl finden Sie im Artikel „Hautpflege bei Pflegebedürftigen: Schonende Reinigung und passende Produkte“.
Einkaufsliste bei Inkontinenz
Wenn Inkontinenzprodukte benötigt werden, sollten sie zum individuellen Bedarf passen. Lassen Sie sich zur Auswahl und Anwendung beraten.
Je nach Versorgung können dazugehören:
- Passende Einlagen, Vorlagen oder Pants
- Eine geeignete Fixierhose, wenn sie zum verwendeten System gehört
- Benötigte Produkte für die Reinigung und den Hautschutz
- Geeignete Bettschutzeinlagen
- Abfallbeutel und ein gut erreichbarer Abfallbehälter
- Wechselkleidung und zusätzliche Bettwäsche
Bestellen Sie bei einer unbekannten Variante zunächst eine kleine Menge. Erst im Alltag zeigt sich, ob Größe und Handhabung passen.
Mehr zur Produktauswahl lesen Sie im Artikel „Inkontinenz: Einlagen, Vorlagen oder Pants – was passt zu Ihnen?“.
Hygieneprodukte passend zur Tätigkeit auswählen
Einmalhandschuhe, Schutzschürzen oder Desinfektionsmittel können abhängig von der Pflegesituation erforderlich sein. Sie sind nicht für jeden Kontakt und jede Alltagstätigkeit gleichermaßen notwendig.
Klären Sie mit einer Pflegefachperson, was für Ihre Aufgaben gebraucht wird und wie die Produkte korrekt angewendet werden.
Für die Bestellung sollten Sie festhalten:
- Welche Handschuhgröße wird benötigt?
- Wofür soll ein Desinfektionsmittel eingesetzt werden?
- Welche Anwendungshinweise müssen beachtet werden?
- Welche Menge wird tatsächlich verbraucht?
Größere Hilfsmittel vor dem Kauf abstimmen
Ein Duschhocker oder andere Hilfsmittel können die Körperpflege erleichtern. Sie müssen jedoch zur Person, zur Wohnung und zur vorgesehenen Anwendung passen.
Kaufen Sie größere Hilfsmittel deshalb nicht allein aufgrund einer allgemeinen Einkaufsliste. Lassen Sie den Bedarf klären und sich die sichere Anwendung zeigen.
Vorräte übersichtlich organisieren
Legen Sie für jede Produktgruppe einen festen Platz fest. Trennen Sie saubere Vorräte von benutzten Materialien und beachten Sie die Lagerhinweise auf den Verpackungen.
Eine einfache Bestandsliste kann so aussehen:
- Produkt und Ausführung
- Noch vorhandene Menge
- Ungefährer Verbrauch pro Woche
- Zeitpunkt für die nächste Bestellung
- Zuständige Person
Vereinbaren Sie, wer nachbestellt. Das verhindert doppelte Einkäufe und die Annahme, jemand anderes habe sich bereits darum gekümmert.
Wie viel Vorrat ist sinnvoll?
Orientieren Sie sich am tatsächlichen Verbrauch, an der Lieferzeit und am verfügbaren Lagerplatz.
Ein fiktives Beispiel: Sie benötigen ungefähr eine Packung pro Woche. Wenn Sie bei zwei verbleibenden Packungen nachbestellen, bleibt bei einer Lieferzeit von wenigen Tagen ein zeitlicher Puffer.
Passen Sie diesen Bestellpunkt an Ihre Situation an. Prüfen Sie neue Produkte zunächst, bevor Sie größere Vorräte anlegen.
Kostenübernahme vor größeren Ausgaben klären
Nicht alles, was im Pflegealltag hilfreich ist, wird automatisch von der Kranken- oder Pflegekasse bezahlt.
Fragen Sie vor größeren Anschaffungen nach möglichen Ansprüchen und dem vorgesehenen Versorgungsweg. Bewahren Sie Angebote, Bewilligungen und Rechnungen geordnet auf.
Ihre Vorbereitung für die erste Woche
- Persönlichen Unterstützungsbedarf besprechen.
- Vorhandene Produkte und Hilfsmittel prüfen.
- Eine kleine, konkrete Einkaufsliste erstellen.
- Unklare Anwendungen mit einer Pflegefachperson besprechen.
- Zuständigkeit für Vorräte und Bestellungen festlegen.
- Nach einer Woche prüfen, was fehlt und was ungenutzt bleibt.
So wächst Ihre Ausstattung mit dem tatsächlichen Bedarf. Das erleichtert die Organisation und hilft, unnötige Käufe zu vermeiden.

