Körperpflege gehört zum Alltag – und wird besonders persönlich, wenn dabei Unterstützung benötigt wird. Neben geeigneten Produkten zählen deshalb auch Ruhe, vertraute Abläufe und die Wünsche der pflegebedürftigen Person.
Dieser Beitrag gibt eine grundlegende Orientierung für die Pflege intakter Haut. Offene, entzündete oder schmerzhafte Hautstellen benötigen eine individuelle fachliche Beurteilung.
Warum braucht ältere Haut besondere Aufmerksamkeit?
Mit zunehmendem Alter wird die Haut häufig trockener und empfindlicher. Reibung, heißes Wasser und ungeeignete Reinigungsprodukte können sie zusätzlich belasten.
Ziel der täglichen Pflege ist eine schonende Reinigung und eine zum Hautzustand passende Pflege. Mehr Produkte oder häufigeres Waschen bedeuten dabei nicht automatisch eine bessere Versorgung.
Die Körperpflege gemeinsam vorbereiten
Besprechen Sie zunächst, wobei Hilfe gewünscht ist. Lassen Sie die pflegebedürftige Person möglichst viel selbst übernehmen und berücksichtigen Sie gewohnte Pflegezeiten.
Legen Sie benötigte Materialien vorher bereit:
- Weiche Waschtücher oder Waschhandschuhe
- Saubere Handtücher
- Geeignetes Reinigungsprodukt
- Passende Hautpflege
- Frische Kleidung
Sorgen Sie für Privatsphäre und eine angenehme Raumtemperatur. Decken Sie Körperbereiche ab, die gerade nicht gewaschen werden.
Die Haut schonend reinigen
Vermeiden Sie langes Waschen mit heißem Wasser und kräftiges Reiben. Verwenden Sie Reinigungsprodukte sparsam und entsprechend ihrer Anwendungshinweise.
Für empfindliche Haut kommen möglichst milde Produkte ohne Duftstoffe oder ätherische Öle infrage. Die Reinigung sollte zum Bedarf passen; eine vollständige Körperwäsche ist nicht grundsätzlich jeden Tag erforderlich.
Sorgfältig und sanft abtrocknen
Tupfen Sie die Haut behutsam trocken. Achten Sie besonders auf Hautfalten und die Zehenzwischenräume, in denen Feuchtigkeit zurückbleiben kann.
Beobachten Sie dabei, ob neue Rötungen, wunde Stellen oder andere Veränderungen auftreten.
Trockene Haut passend eincremen
Trockene, intakte Haut sollte regelmäßig eingecremt werden. Welche Creme oder Lotion geeignet ist, hängt vom Hautzustand und der Verträglichkeit ab.
Sparen Sie die Zehenzwischenräume aus. Tragen Sie gewöhnliche Körperpflege nicht ohne fachlichen Rat auf offene oder entzündete Stellen auf.
Pflegeprodukte gezielt auswählen
Für den Einkauf hilft eine kurze Prüfliste:
- Für welchen Körperbereich ist das Produkt vorgesehen?
- Ist es zum Reinigen, zur Pflege oder zum Hautschutz gedacht?
- Sind bekannte Unverträglichkeiten berücksichtigt?
- Wie wird es angewendet?
- Lässt sich die Verpackung gut öffnen und dosieren?
Notieren Sie bei einem gut verträglichen Produkt die genaue Bezeichnung. So vermeiden Sie Verwechslungen mit ähnlich aussehenden Varianten.
Eine übersichtliche Auswahl erleichtert außerdem die Abstimmung, wenn mehrere Angehörige oder ein Pflegedienst unterstützen.
Hygiene bei der Unterstützung beachten
Reinigen Sie Ihre Hände vor und nach der Unterstützung bei der Körperpflege. Verwenden Sie persönliche Pflegeutensilien nicht gemeinsam mit anderen Personen.
Materialien, die mit dem Intimbereich oder infizierten Hautstellen in Kontakt waren, sollten nicht anschließend für andere Körperbereiche verwendet werden.
Lassen Sie sich bei Unsicherheit zeigen, wann Einmalhandschuhe und Händedesinfektion erforderlich sind.
Wann sollten Sie fachlichen Rat einholen?
Bei anhaltenden Rötungen, starkem Juckreiz, Schmerzen, nässenden oder offenen Stellen sollten Sie ärztlichen beziehungsweise pflegefachlichen Rat einholen.
Versuchen Sie nicht, solche Veränderungen durch immer neue Pflegeprodukte selbst zu behandeln. Eine passende Versorgung beginnt damit, die Ursache zu klären.
Eine einfache Pflegeroutine festhalten
Notieren Sie gemeinsam, welche Produkte sich bewährt haben, wann sie verwendet werden und wobei Unterstützung benötigt wird.
Diese kurze Übersicht hilft allen Beteiligten, die Pflege einheitlich und nach den Wünschen der pflegebedürftigen Person zu gestalten.
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