Einmalhandschuhe werden knapp, Bettschutzeinlagen fehlen oder die bisherige Zusammenstellung passt nicht zum Alltag: Wer Pflegehilfsmittel selbst kauft, kann Produkte und Mengen gezielt auswählen.
Vor der Bestellung sollten drei Fragen geklärt sein: Was wird tatsächlich benötigt, wer trägt die Kosten und wie lassen sich Angebote sinnvoll vergleichen?
Welche Produkte gehören zu den Pflegehilfsmitteln?
Zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln zählen beispielsweise Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Schutzschürzen und bestimmte Bettschutzeinlagen.
Nicht jedes Produkt, das im Pflegealltag verwendet wird, gehört automatisch zu dieser Leistung. Maßgeblich sind die gesetzlichen Voraussetzungen und die Zuordnung im Pflegehilfsmittelverzeichnis.
Unterscheiden Sie deshalb zwischen dem allgemeinen Einkauf von Pflegeprodukten und dem Kauf von Produkten, für die eine Erstattung durch die Pflegekasse infrage kommt.
Kann die Pflegekasse selbst gekaufte Produkte erstatten?
Nach geltender Rechtslage sind für anspruchsberechtigte Personen bis zu 42 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch vorgesehen. Eine Kostenerstattung ist möglich.
Klären Sie vor dem Einkauf mit Ihrer Pflegekasse, welche Voraussetzungen gelten, welche Produkte anerkannt werden und welche Belege benötigt werden.
Bewahren Sie Rechnungen auf, auf denen die gekauften Artikel eindeutig erkennbar sind. Ein Einkauf in einem Onlineshop bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Kosten übernommen werden.
Stand der Leistungsangabe: 19. Oktober 2026. Geplante gesetzliche Änderungen sind davon zu unterscheiden.
Schritt 1: Den tatsächlichen Verbrauch festhalten
Notieren Sie eine Woche lang, welche Produkte Sie verwenden. Prüfen Sie außerdem, welche Vorräte bereits vorhanden sind.
Hilfreich sind diese Angaben:
- Produkt und benötigte Ausführung
- Ungefährer Verbrauch pro Woche
- Noch vorhandene Menge
- Gewünschter Zeitpunkt für die nächste Bestellung
Unterscheiden Sie zwischen regelmäßig benötigten Produkten und Artikeln, die nur gelegentlich zum Einsatz kommen. So vermeiden Sie, immer wieder dieselben Produkte nachzubestellen, obwohl noch ausreichend Vorrat vorhanden ist.
Schritt 2: Die Produkteigenschaften vergleichen
Bei Handschuhen gehören beispielsweise Größe und Material auf die Prüfliste. Bei Bettschutzeinlagen sind Abmessungen und vorgesehener Einsatz entscheidend.
Bei Desinfektionsmitteln sollten Sie auf den angegebenen Anwendungsbereich achten. Ein Produkt für Oberflächen ist nicht automatisch für die Anwendung auf der Haut geeignet.
Lesen Sie die Produktbeschreibung und die Anwendungshinweise. Ähnliche Verpackungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass Produkte für denselben Zweck geeignet sind.
Schritt 3: Den Stückpreis berechnen
Der Packungspreis allein reicht für einen Vergleich nicht aus. Entscheidend ist, wie viele Einheiten enthalten sind.
Ein fiktives Rechenbeispiel:
- Angebot A: 50 Stück für 8 Euro ergeben 16 Cent je Stück.
- Angebot B: 100 Stück für 14 Euro ergeben 14 Cent je Stück.
Das zweite Angebot ist je Stück günstiger. Es lohnt sich jedoch nur, wenn das Produkt geeignet ist und die Menge tatsächlich gebraucht wird.
Berücksichtigen Sie zusätzlich Versandkosten, Lagerplatz und gegebenenfalls Angaben zur Haltbarkeit.
Schritt 4: Neue Produkte zunächst ausprobieren
Bei einer bislang unbekannten Variante kann eine kleinere Packung sinnvoll sein. Prüfen Sie zunächst, ob Größe, Material und Handhabung zum Alltag passen.
Notieren Sie bei geeigneten Produkten die genaue Bezeichnung und Ausführung. Das erleichtert spätere Bestellungen und verhindert Verwechslungen zwischen ähnlich benannten Varianten.
Brauche ich ein Abonnement?
Für einen einzelnen Selbstzahlerkauf ist grundsätzlich kein Lieferabonnement nötig. Achten Sie beim Bestellen darauf, ob Sie einen einmaligen Einkauf oder eine wiederkehrende Lieferung auswählen.
Bei regelmäßigen Lieferungen sollten Sie prüfen:
- Wie häufig wird geliefert?
- Können Produkte und Mengen angepasst werden?
- Welche Kündigungsbedingungen gelten?
- Welche Versandkosten fallen an?
Was bedeutet die geplante Pflegereform?
Das PNOG könnte die Finanzierung von Pflegehilfsmitteln verändern. Bis neue Regelungen tatsächlich gelten, sollten Sie bestehende Erstattungsmöglichkeiten prüfen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel „PNOG: Was sich für Pflegeboxen und Pflegehilfsmittel ändern soll“.
Checkliste vor der Bestellung
- Benötigte Produkte und Größen festgelegt
- Vorhandene Vorräte geprüft
- Produkteigenschaften und Anwendungshinweise gelesen
- Stückpreise und Versandkosten verglichen
- Mögliche Kostenerstattung geklärt
- Einmalbestellung oder regelmäßige Lieferung bewusst ausgewählt
Mit dieser Vorbereitung stellen Sie eine Versorgung zusammen, die zum tatsächlichen Bedarf Ihres Haushalts passt.

